Geschichte des BOB

Die Geschichte des heutigen Blasorchesters Biberbach beginnt am 1.Juli 1973 mit der Gründung der Musikschule Biberbach e. V. Wenige Jahre danach scharte der in Biberbach ansässige Musikpädagoge und Mitglied des Symphonie-Orchesters Augsburg, Manfred Schäfer, 21 junge Musiker (Durchschnittsalter 12 Jahre) um sich und begann mit dem Aufbau eines Jugendblasorchesters innerhalb der Biberbacher Musikschule.

Bereits im Juni 1979 erhielt das junge Blasorchester beim Bezirksmusikfest in Horgau für sein „Cantata Jubilata“ vom Wertungsrichter einen 1. Rang mit Auszeichnung. Nach wie vor übernahm die Musikschule Biberbach e.V. die Anspruchsvolle Aus– und Weiterbildung. Im Sommer 1981 erfolgte die erste Auslandsreise zur Partnerschaftskapelle Bad Goisern in Österreich.

Es war abzusehen, dass das „Jugendblasorchester“ durch natürliches Altern allmählich zu einem „Blasorchester“ reifen würde. Der Drang nach Selbstständigkeit war unverkennbar. Im Juli 1985 war es dann so weit: Die heranwachsenden Jugendlichen lösten sich im gegenseitigem Einvernehmen von der Musikschule und gründeten lt. Protokoll der Gründungsversammlung vom 12.Juli 1985 einen eigenen Verein. Unter gleichem Datum gab man sich auch eine Satzung. Im Mai 1986 holte die das flügge gewordene Blasorchester Biberbach e.V. beim 15.Bundesmusikfest in Wertingen erneut einen 1.Rang mit Auszeichnung.

Ein absoluter Höhepunkt in der Geschichte des Blasorchesters Biberbach e.V. war das Fest seines zehnjährigen Bestehens. Vom 11. Bis 13. September 1987 erwiesen rund 600 Musikerinnen und Musiker dem Jubilar die Ehre und feierten kräftig mit.

Die Jahreshauptversammlung am 15.Mai 1991 bescherte dem Blasorchester Biberbach e.V. den neuen Vorsitzenden Wilhelm Wiedenmann, unter dessen Regentschaft der Verein einen erfreulichen Aufschwung nahm. Bereits wenige Monate später, am 13./14. Juli 1991 wurde mit der Einweihung des neuen Feuerwehrhauses auch der Einzug in den Neuen Proberaum gefeiert.  

 

Ein herausragendes Ereignis war am 18./19.Juni 1994 die Mitgestaltung der 1250-Jahr-Feier der Gemeinde Straußfurt/Thüringen und die Besiegelung einer Gemeindepartnerschaft mit der Marktgemeinde Biberbach.

Nicht zu vergessen sind viele Serenaden, Konzerte, und Plärrer-Musik die unzähligen musikalischen Umrahmungen von Einweihungen, Prozesssionen, Wallfahrten, Hochzeiten, Maibaumfesten, Sonnwendfeiern und Volkstrauertagen, die Teilnahme an vielen Festumzügen und Gottesdienstgestaltungen (u.a. im Augsburger Dom und auf der Jakober Kirchweih).

Es gehört schon seit Jahren zum guten Brauch, dass das Blasorchester Biberbach e.V. Freunde, Mitglieder und Förderer bei runden Geburtstagen mit einem Ständchen ehrt. Musikalische Verabschiedungen am Grab sind Ehrensache. Eine liebeswerte Tradition sehen die Bürgerinnen und Bürger unserer Großgemeinde auch in der festlichen Blasmusik vor der Christmette im großen Pfarrhof.

Erwähnenswert sind ebenfalls die Probenwochenenden in der näheren Umgebung, Bergwanderungen und größere Fahrten im In– und Ausland (u.a. Bad Goisern, Calella/Spanien, Sardinien, Rom, Reute/Tirol, Ungarn, Tschechien, Berlin usw.)

Aber auch so genannte „Schnuppernachmittage“ für junge Leute, die sich für das erlernen eines Blasinstrumentes und am aktiven Mitmachen in unserem Verein interessieren, sind eine gerne angenommene Einrichtung.

Nicht weniger stolz ist das Blasorchester Biberbach e.V. auf seine Initiative, den Heilig-Kreuz-Markt im September 1990 mit dem 1.Schwäbischen Spezialitätenfest in der Hitzler-Halle zu krönen. Der unerwartet hohe Zuspruch der Marktbesucher gaben Mut zu Wiederholungen. Und so gibt es bis auf den heutigen Tag alljährlich deftige schwäbische Speisen und Getränke zu erschwinglichen Preisen.

1995 wurde mit der Verpflichtung von Ulrich Fischer als neuer Dirigent des Blasorchesters, der Grundstein zu einem erfreulichen musikalischem und personellen Aufschwung gelegt.

So gesehen lag es einfach auf der Hand, dass im Laufe des Jahres 1999 der Wunsch nach der PRO MUSICA - Plakette für das Blasorchester Biberbach e.V. aufkam und am 22.März 2000 in der Jahreshauptversammlung einstimmig beschlossen wurde, einen entsprechenden Antrag an die Arbeitsgemeinschaft der Volksmusikverbände e.V. in Trossingen zu stellen.

Im April 2001 war es dann so weit: Vorstand Wilhelm Wiedenmann erhielt die vom Bundespräsidenten verliehene PRO MUSICA – Plakette aus der Hand des bayerischen Staatsministers für Wissenschaft, Forschung und Kunst Hans Zehetmair.

Zum 25-jährige Vereinsjubiläum des Blasorchesters im Jahre 2002, wurde wiederum das Bezirkmusikfest des Allgäu-Schwäbischen Musikbundes ausgerichtet. Ein Jahr gespickt mit Aktivitäten rund um die Musik. Beginnend mit dem Symphonischen Blasorchester der Musikhochschule Augsburg in der Biberbacher Zweifachturnhalle, folgten die Wertungsspiele des ASM und das Festwochenende im Juni. Den Höhepunkt hierbei bildeten die 23 Musikkappellen beim Gemeinschaftschor am Rathausplatz und der anschließende Umzug durch Biberbachs Straßen, an dem 52 Gruppierungen teilnahmen.

Im Frühjahr 2004 legte Vorsitzender Wilhelm Wiedenmann nach 13-jähriger Tätigkeit sein Amt nieder und wurde nur kurz später zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Mit dem Nachfolger Karl Gollinger trat zum ersten male in der Vereinsgeschichte ein aktiver Musiker an die Spitze des Vereins. Neben dem "normalen Jahresprogramm", das mittlerweile um Auftritte wie den Augsburger Christkindlesmarkt, Lampionfest oder Spielaufträge im Bahnpark Augsburg erweitert wurde, agiert das Orchester gerne als Veranstalter für überregionale Musikevents in Biberbach. So kam zum Auftakt des 30-jährigen Jubiläums 2007 die "Missa Brevis" von Jakob de Haan (Blasorchester und zwei Kirchechöre) in der Wallfahrtskirche Biberbach zur Aufführung. Im selben Jahr folgten noch die Auftritte des "Bayerischen Polizeimusikkorps" in der Turnhalle und die aus Rundfunk und Fernsehen bekannten "Biermösl Blosn" in der Hitzler-Halle.

Mit der Wahl von Franz Bayer zum 1. Vorsitzenden im Frühjahr 2008, trat Karl Gollinger in die Rolle des Stellvertreters. Zeitgleich wurde die Satzung des Blasorchesters um einen dritten Vorsitzenden erweitert und mit Stefan Ehinger besetzt. Im Blickpunkt dabei ein verstärktes Engagement im Bereich der Jugendarbeit. Um diese entsprechend zu etablieren wurde als erste Handlung eine Untergruppierung des Blasorchester Biberbach e.V., mit dem Namen "Jugendblasorchester" beim Allgäu Schwäbischen Musikbund gemeldet. Ansonsten stand das Jahr 2008 ganz im Zeichen des 20. Schwäbischen Spezialitätenfestes in der Zimmerei Hitzler in Biberbach.

Im Jahr 2009 fungierte das Blasorchester als Festkapelle zum 125-jährigen Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr aus Eisenbrechtshofen. Neben dem Einzug der Vereine am Freitagabend umrahmte das Orchester den Gottesdienst am Sonntag und unterhielt zum Frühschoppen und Umzug. Auch das Jugendorchester leistete seinen Beitrag und gestaltete den Samstagnachmittag. Auch erwähnt sei der Spielauftritt beim Bistum Augsburg, welches mit dem Mesnertreffen über 1000 Mesner in die Fuggerstadt lud. Der Umzug von St. Ulrich zum Dom und die anschl. Messe wurde vom Blasorchester Biberbach begleitet. Ein weiteres Highlight in diesem Jahr war das Großkonzert des Allgäu-Schwäbischen Musikbundes. Dieses gastierte zum 25. Jubiläum erstmals in Augsburg und war ein voller Erfolg. Knapp 900 Musiker bespielten verschieden Plätze in der Innenstadt und sammelten sich anschließend zum Gemeinschaftschor vor der Basilika in der Maximilianstraße. Darunter auch das Blasorchester aus Biberbach das den ganzen Tag vom bayerischen Rundfunk begleitet wurde. Im November dann des Jahres, lud das Jugendorchester gemeinsam mit dem Jugendorchester aus Erlingen in die Biberbacher Schulaula zum Herbstkonzert.

Die Neuwahlen der Vorstandschaft im Jahr 2010 erbrachten, nach dem Ausscheiden von Karl Gollinger als 2. Vorsitzender, dass Stefan Ehinger aufrückte und mit Sabine Schuster erstmals ein Elternteil aus dem Jugendorchester den Posten der 3. Vorsitzenden belegte. Musikalisch startete das Jahr mit einem Workshop in der Zweifachturnhalle Biberbach. Mit Prof. Johann Mösenbichler konnte die Vereinsführung einen absoluten Profi in Sachen "sinfonischer Blasmusik" engagieren. Bei den Wertungsspielen des ASM Bezirk 15 in Adelsried konnte in der Oberstufe ein "sehr guter Erfolg" erzielt werden. Bei den Wertungsspielen in Wertingen konnte das Jugendorchester in der Unterstufe ebenfalls einen "sehr guten Erfolg" erspielen.

Das Jahr 2011 stand ganz im Zeichen der Blasmusik. Neben den üblichen Auftritten zu den umliegenden Umzügen und Festzelten in der Umgebung, spielte das Blasorchester 4x auf dem Augsburger Plärrer im Festzelt Schaller. Hierzu passte es hervorragend das im Frühjahr wiederum ein Workshop stattfand. Diesmal lud sich das Orchester den niederländischen Musiker und Komponisten Freek Mestrini nach Biberbach ein. Mit seiner, über 20-jährigen Erfahrung, als erster Flügelhornist bei Ernst Mosch und seinen Egerländer Musikanten, war er der perfekte Dozent um das Orchester in die Geheimnisse der böhmisch-mährischen Blasmusik einzuweihen. Das Schwäbische Spezialitätenfest im September des Jahres, war das letzte Fest unter der bewährten Leitung von Profikoch Siggi Badke. Er hatte das Fest bis dorthin maßgeblich geprägt. Für sein Engagement  wurde ihm die "Silberne Fördermedaille mit Ehrenurkunde in Anerkennung und Würdigung seiner hervorragenden Verdienste um die Blas- und Volksmusik in Schwaben" verliehen. Im November agierte das Blasorchester als Veranstalter für ein besonderes Highlight: Mit ihrem Programm "Beste Schwester - Die Wellküren retten Bayern" gastierten die Wellküren in der ausverkauften Biberbacher Zweifachturnhalle.