PRO MUSICA - Plakette
Die Pro Musica - Plakette ist die höchste staatliche Auszeichnung, über eine mehr als 100-jährige
Tradition des Musizierens mit Blasinstrumenten an einem Ort.
Pro Musica - Plakette
Überreicht vom bayerischen Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst:
Hans Zehetmair
Auszeichnung des Allgäu Schwäbischen Musikbundes
Überreicht vom Präsidenten:
Karl Kling
Festgottesdienst am 22.September 2001 in der Wallfahrtskirche Biberbach.
Anschließender Festakt in der Aula der Teilhauptschule Biberbach.
Festredner: Präsident, Karl Kling sowie Landrat, Karl Vogele
Das
älteste Zeugnis musikalischer Bestätigung in Biberbach stammt vom 18.August
1618 und belegt einen „Hans Wehler,
leediger Gesell und Pfeiffer von Biberbach“. Ihm folgten in gewissem
Abstand am 16.November 1620 „Caspar
Schuester, Pfeiffer von Biberbach“, am 27.März
1621 „Christoph Wehler, Pfeiffer von
Biberbach“, am 26.Januar 1664 „Jacob
Weiller, Geiger von Biberbach“ und schließlich am 25.Oktober
1679 „Georg Lechner, in Anehrsehung
erlehrenter Trompetenkunst“ aus Albertshofen, Marktgemeinde Biberbach.
Zur
„Musikpflege im Markt Biberbach“ gehört auch die Tatsache, dass es am 6.November
1766 in der Biberbacher Wallfahrtskirche zu einem Orgelwettstreit zwischen
dem zehnjährigen Wolfgang Amadeus Mozart und dem zwölfjährigen (Enkel des
hiesigen Organisten) Joseph Eugen Sigmund Bachmann kam.
Die
im Archiv der Marktgemeinde Biberbach lagernden Gemeinderechnungen beginnen mit
dem Jahr 1810. Erst ab dem Jahr 1838 tauchen regelmäßige Ausgaben für Musik,
Blechmusik, Musiker und Musizierende zur Verschönerung von Fronleichnam bzw. „Corborus
Christifest“, Firmung, Primiz und Installation eines neuen Pfarrherrn auf.
Die älteste Fundstelle befindet sich in der „Rechnung der Landgemeinde
Biberbach“ 1837/38. „Für die Verzierung bei der Primiz des Linsmaier 14 Gulden 45
Kreuzer“ ; quittiert am 12.Mai 1838.
Hohe
Aussagekraft über musikalische Umrahmungen –insbesondere von
Fronleichnamsprozessionen durch die „Blechmusik“,
zeigen die Ausgaben in den Rechnungsbüchern der Marktgemeinde für die Jahre 1838
– 1933.
In
dem 1986 erschienen Buch „Markt
Biberbach mit seinen Ortsteilen – wie es früher war“ (ISBN-Nr.
3-89264-004-1) finden sich auch drei Vorkriegsaufnahmen mit einheimischen
Musikern: Die uniformierte Musikkapelle Biberbach 1925
mit 21 Mann, hervorgegangen aus dem katholischen Burschenverein, das
Gesangverein-Orchester mit 17 Mann und verschiedene Bläser bei der
Fronleichnamsprozession.
Wenn
auch die Kontinuität der Kapelleneinheiten durch den zweiten Weltkrieg nicht
gewahrt werden konnte, war die Liebe zum Musikwesen in Biberbach ungebrochen.
Bald nach 1945 begannen einheimische und zugezogene Instrumentalisten sich neu
zu formieren. Es entstanden die sog. „Steinle-Kapelle“,
das „Hofmann-Schenk-Sextett“ und
die „Karo 7“.